dolle sache :-)

dolle sache :-)

Freitag, 29. August 2014

freitagspost 104



unsere kleene diele 2
heute: sendepause

nun ist es über zwei wochen her, dass der eismann in die tasten gehauen hat, um eine freitagspost zu schreiben.
auf einmal waren die finger und die gedanken so müde, dass nichts geholfen hatte um sie zu motivieren.
ein grausiger zustand für einen professionellen schreiber, der ich zum glück nicht bin. hauptsächlich stellt der eismann nach wie vor große töpfe auf den herd und rührt wild darin rum zum zwecke der eiszubereitung.

fast wäre die freitagspost in vergessenheit geraten. niemand hat sie wirklich vermisst. bis gestern ein mann anrief. von den stadtwerken. er teilte mir sehr freundlich mit, dass ich ja ganz schön viel strom verbrauche und dafür auch ordentlich viel geld bezahle. er wollte mir was zuschicken, damit ich von den hohen kosten etwas runter komme. da hab ich mich sehr darüber gefreut. wir hatten dann auch bald alles besprochen und uns auch schon verabschiedet, als er noch anfügte, dass er sehr gern im blog der kleenen diele liest.
das hat das herz vom eismann sehr erwärmt.

dazu kam, dass der bär mir heute noch seine bärpost zuschickte, die sich immer größerer beliebtheit bei den kleinen gästen der kleenen diele erfreut. das trieb den eismann nun endgültig zur kaffeemaschine.

nach drei gläsern heißem lavazzo, sitzt der eismann nun wieder an den beleuchteten tasten. so ganz selbstverständlich huschen die finger noch nicht darüber, aber die blockade lockert sich schon. „bugger off“ ihr schweren gedanken, „fuck you“! es geht wieder los.

habt ein feines wochenende




Samstag, 9. August 2014

freitagspost 103

aus aktuellem anlass habe ich die ursprüngliche freitagspost gelöscht.
als friedliebender mensch verweise ich mit nachdruck darauf, dass ich jede form von gewalt ablehne. ich finde es bestürzend, dass menschen wegen raketenalarm in luftschutzkeller zuflucht suchen müssen, genauso wie menschen versuchen in un gebäuden schutz zu finden.
auf eine friedlich lösung der konflikte in der welt zu hoffen gehört wohl zu den unerfüllbaren wünschen.


Samstag, 2. August 2014

freitagspost 102

unsere kleene diele fuffzich
heute: jemand singt ein nagelneues lied


die gema war da... na nicht was ihr denkt – ich zahle gema – ja, für beide läden. nennt sich hintergrundmusik und kostet pro laden 200€. das ist schon ziemlich ordentlich will ich mal meinen. aber was tut man nicht alles für die armen komponisten und texter, die in dunklen zimmern sitzen, viel zu viel rauchen und trinken und sich die seele aus dem leib schreiben.

jetzt aber stellte der gema mann fest: die playlists sind zu lang und umfangreich – macht mal eben zack zack 50€ mehr... pro laden wohlgemerkt.

wieder 100€ weg. neben den ganzen anderen kram: handelskammer, berufsgenossenschaft, krankenkasse, die ganzen versicherungen, dehoga, miete, strom (da bin ich inzwischen bei 900€ für beide läden zusammen angelangt – im monat), steuerberater, lohnbuchhaltung, bundesknappschaft, zeitungsabo, wartungen, reperaturen und neuanschaffungen.

das ist ne menge holz für zwei kleine läden. dazu muss man als selbstständiger natürlich auch für das alter vorsorgen. denn einen rentenanspruch gibt es nicht.

ehrlich, ich wundere mich nicht warum läden aufmachen und nach kurzer zeit wieder schließen. warum bäcker, kneipen, fleischer, kleine lebensmittelläden einfach schließen. die haben keine kraft mehr, monat für monat erstmal die laufenden kosten zusammen zu bekommen um dann zu sehen wie viel (wenig) übrig bleibt, dafür das sie sieben tage die woche 8 – 14 stunden gearbeitet haben.

so, genug rumgejammert. immerhin klappt es ja dieses jahr mit der klimaerwärmung schon ganz gut. mal sehen ob das so bleibt. also ganzjährig 25 grad – fände ich persönlich ganz toll. kann sich da mal jemand drum kümmern?

ach ja und im nächsten leben werd ich musiker... natürlich ein ganz berühmter und bekomme 2000 $ gema gebühren. wie sting z.b. na nicht im monat – am tag!


habt ein feines wochenende

Freitag, 1. August 2014

freitagspost 101

unsere kleene diele 5747
heute: wir verstehen auch ganze sätze

mon cher ami,
das ist französich und heißt soviel wie: na du? oder: tach kumpel.

also mon cher ami,
eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben heute, aber das ist mir irgendwie vergangen. also versuche ich was anderes. „mon cher ami“. vor vielen jahren gab es mal so ganz kleine bücher, die die zeitung „die zeit“ aufgelegt hatte. für ihre abonnenten gabs die total günstig, man konnte sie aber auch so kaufen. zu der zeit hatte ich viel zeit um „die zeit“ noch lesen zu können. ich war immer schwer angetan vom feuilleton. damit konnte man stunden rumbringen. jedenfalls hatte ich ein paar von den kleinen büchern gekauft.

eines davon ist mir gut in erinnerung geblieben. darin waren briefe abgedruckt, welche sich simone de beauvoir und jean paul sartre geschrieben hatten.
die briefe gingen immer mit „mon cher ami“ los. es ist wirklich erstaunlich, welche kraft und liebe, geschriebene worte haben können. die beiden hatten sich hunderte briefe geschrieben. mit einem stift in der hand! ich war und bin sehr beeindruckt.

mir ist das heute eingefallen, als ich mich mal wieder damit konfrontiert sah, wie schwer sich manche menschen mit einer konversation tun.

eismann: hallo
gast: softeis
eismann: ein bisschen genauer müsste ich es schon wissen, was sie möchten. es gibt frisches softeis aus der maschine in verschiedenen größen oder tiefgefrorenes.
gast: mittel
eismann: so bitteschön ein mittleres softeis. das macht eins zwanzig.
gast: …
eismann: vielen dank und lassen sie es sich gut schmecken
gast …
eismann: tschüss
gast: …

manchmal kann ich das ganz gut wegstecken, dass ich einem gast genau zwei worte wert bin, manchmal weniger. und manchmal fällt mir „mon cher ami“ ein.
ein sehr empfehlenswertes buch welches ich euch ans herz lege.

habt ein feines wochenende



cold cold ground

freitagspost 100

unsere kleene diele 3²
werbung ist alles III

heute hatte ich besuch.
dem „ahnungslosen“ eismann sollte endlich mal zu einem vernünftigen internetauftritt verholfen werden.

das versprach die tante der führenden web agentur deutschlands. sie hatte sich mit nachdruck eingeladen, nachdem sie irgendwie erfahren hatte, dass unsere kleene diele die beste eisdiele von leipzig sein soll.

naja, was soll ich sagen...
ein wenig (ich sags mal vorsichtig) irritiert war sie schon beim eintreffen. sie hatte wohl ein mittelgroßes eiscafé erwartet und keine kleene diele.

zuerst bekam der eismann gezeigt welche tollen firmen sich in ihren „portfolio“ tummeln und was es ausmacht einen „richtigen“ internetauftritt zu haben. dies geschah anhand von vor – und nachher beispielen. es wurde mehrfach betont, dass es nicht tausende euro kosten muss.

der eismann hatte schon ein bissl abgeschaltet, als plötzlich die blogsite unserer kleenen diele zur anschauung aufs tablet geholt wurde. unübersichtlich, viel zu viel text, und mit der animierten grafik und den bildern konnte sie nichts anfangen.

dem eismann wurde beim anblick der in mühevoller kleinarbeit gebastelten blogsite mit einem mal ganz warm ums herz. ein herrlich verschmitztes lächeln stahl sich in sein gesicht als er malthis dino in der eisdiele verschwinden sah und der blick über die vielen vielen mit herzblut geschriebenen freitagspost zeilen huschte.

als er anfing zu sprechen, musste er anerkennen wie schnell die frau von der größten web-agentur deutschlands erkannte, dass sie verloren hatte und hier in unserer kleenen diele alles zu spät ist – zumindest was einen professionellen web auftritt betrifft.
so hatte sie aber zumindest ein bissl mehr zeit um zum nächsten termin zu kommen. das ist doch auch schön.

der eismann muss nun weiter mit seiner unprofessionellen blogsite leben. das kann er gut und wünscht ein feines, heißes wochenende mit viel buttermilch-mandarineneis.